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Orientierungshilfen und -Workshops für blinde Hamburginteressierte

Sie sind neu in der Stadt und/oder haben bereits Ihr Mobilitäts- und Orientierungstraining absolviert, wollen aber mehr, als sich nur in Ihrer näheren Umgebung zu bewegen? Sie wollen, wie die Sehenden auch, sich unbekannte Gegenden erschließen, andere Viertel erkunden und kennenlernen, auf Shoppingtour gehen, einmal das Hamburger Nachtleben genießen oder eine Disco besuchen? Sie sind sich unsicher, wie Sie diese Wünsche und Pläne orientierungstechnisch umsetzen sollen und benötigen etwas Unterstützung?

Sie planen, für einen Städtetrip alleine nach Hamburg zu kommen und wünschen auch hierbei Unterstützung bei der Orientierung z. B. am Hauptbahnhof, an den wichtigsten Umstiegspunkten der U-Bahn oder bei der Gestaltung Ihres Aufenthaltes?

Gerne bin ich Ihnen bei Ihren Unternehmungen in Form einer Start- und Orientierungshilfe behilflich und zeige Ihnen Ihre Wunschplätze in dieser facettenreichen Stadt.

Auch wenn viele von uns blinden Großstadtbewohnern das Gefühl haben, dass uns der Großstadtdschungel erdrückt. Die Großstadt bietet uns viele Möglichkeiten und Anknüpfungspunkte, uns in ihr zurecht zu finden und sie bzw. ihre Angebote zu nutzen!

Voraussetzungen

Da ich als Ihr Begleiter, Trainer und Coach selber blind bin, müssen einige wenige Grundvoraussetzungen erfüllt sein, um ein Training absolvieren zu können:

  • Ein abgeschlossenes Mobilitäts- und Orientierungstraining, welches von einem ausgebildeten Reha- und Mobilitätstrainer durchgeführt wurde. Dies stellt sicher, dass Sie die nötigen Stocktechniken beherrschen, über Grundkenntnisse in der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln verfügen und auch in der Lage sind, Straßen bzw. Kreuzungen ohne akustische Signale oder Leitsysteme zu überqueren. Auch wenn der barrierefreie Ausbau der Stadt immer weiter voranschreitet, gibt es immer noch genügend Plätze, an denen diese Kenntnisse unabdingbar sind.
  • Aus versicherungstechnischen Gründen ist ein Mindestalter von 18 Jahren Grundvoraussetzung für die Buchung und Teilnahme an einem Training. Sollten Sie unter 18 Jahre alt sein, ist eine schriftliche Einverständniserklärung Ihrer Eltern unbedingt erforderlich.
  • Der Besitz sowie Grundkenntnisse in der Bedienung eines Smartphones sind nicht zwingend erforderlich. Auf Wunsch werden wir zwar auch auf assistive Technologien und Apps zurückgreifen (z. B. Blindsquare), diese können jedoch lediglich als Ergänzung dienen und ersetzen nicht zwangsläufig die Kommunikation mit sehenden Passanten.

Ablauf und Inhalte

Zu Beginn werden wir uns zunächst einen Überblick über Ihre Vorstellungen und Wünsche, sowie über vorhandene Ortskenntnisse verschaffen. Nur so können wir gewährleisten, dass Sie in Ihrem Training die Dinge gezeigt bekommen, die Sie wirklich benötigen und die Ihnen wirklich am Herzen liegen.

Nach ermitteltem Bedarf erarbeiten wir gemeinsam einen Trainingsplan, in dem wir die zu besuchenden Orte sowie die Wegmöglichkeiten (zu Fuß, mit Bus, S- oder U-Bahn, etc.) festlegen. Anschließend gehen wir direkt in die Praxis über und erkunden gemeinsam Ihre Wunschstationen. Ob Sie zum Trainingsbeginn von der nächstgelegenen Bus- oder U-Bahn-Haltestelle abgeholt werden oder selbstständig zu einem abgesprochenen Treffpunkt fahren, hängt ganz allein von Ihren Kenntnissen und dem, was Sie sich alleine zutrauen ab.

Ein wichtiger (wenn nicht sogar der wichtigste) Bestandteil bei der Orientierung in einer fremden Umgebung und somit auch in unserem Training, ist die Kommunikation mit anderen. Es ist ein Trugschluss, dass man als Blinder wirklich alles zu 100% alleine können muss und dass die Inanspruchnahme von Hilfe ein Anzeichen von Unselbstständigkeit ist. Hilfe gezielt zu erfragen und für sich einzusetzen, ist – nach meinen Erfahrungen – mit die wichtigste Eigenschaft, wenn es darum geht, schnellstmöglich ans gewünschte Ziel zu gelangen (wenn man ohne sehende Begleitung unterwegs ist). Smartphone-Apps und Standalone-Navigationssysteme sind eine sehr gute Ergänzung. Oftmals lassen sich die Eingänge zu bestimmten Gebäuden oder Geschäften aber auch durch das Fragen anderer Passanten viel schneller auffinden. Wenn Sie Schwierigkeiten mit dem Ansprechen von Passanten haben oder aber gerne zusätzlich die Nutzung von Smartphone-Apps im Training wünschen, können wir dies gerne mit aufnehmen.

Der Workshop findet in einer oder mehreren Trainingseinheiten zu je einer Zeitstunde (und nicht, wie sonst üblich, à 45 Min.) statt. Je nach Fortschritt oder Aufwand können so weitere Trainingseinheiten ergänzt werden.

Der Orientierungsworkshop ist ein Einzeltraining mit einem blinden Coach und einem blinden Teilnehmer. Ein Training in einer größeren Gruppe ist nur in Absprache möglich, da dies einen höheren Personalaufwand bedeutet, um für jeden Teilnehmer auch einen hohen Nutzen zu garantieren.

Preise und Buchung

Der hier angebotene Orientierungsworkshop wird nicht durch Ihre Krankenkasse finanziert. Es ersetzt nicht das Mobilitätstraining, welches Ihnen Grundkenntnisse in Stocktechnik, Straßenquerungen und Ihre nähere Umgebung vermittelt. Es ist eine Ergänzung, die dort eingesetzt werden kann, wo das durch die Kassen finanzierte Training aufhört.

Darum habe ich mich bemüht, den Preis pro Trainingseinheit, d. h. pro Stunde, so gering wie möglich zu halten:

  • Preis pro Trainingseinheit p. P. inkl. Blindem Trainer/Coach: €15,00 Euro
  • Einführungs-Aktionspreis – gilt für Trainings bis zum 31.12.2017!

Buchen Sie Ihr Training entweder per Mail: über das Kontakt-Formular oder telefonisch: 040 / 59 35 51 59.